Die Einstellung des Insolvenzverfahrens nach § 213 InsO – ein verkannter „Königsweg“, so titelte Prof. Dr. Haarmeyer seinen Aufsatz, veröffentlicht in ZInsO 13/2009.
Vollkommen zu Recht weist Haarmeyer auf diese nahezu unbekannte Möglichkeit der Beendigung eines Insolvenzverfahrens hin, gerade weil dieser Weg verschiedene Vorteile auf sich vereinigt:
Zum einen ist dieses Vorgehen unabhängig vom Insolvenzverwalter, zum anderen löst dieser Weg keine weiteren Verfahrenskosten aus und ist vergleichsweise einfach umzusetzen.
Die vorzeitige Einstellung mit Zustimmung aller Gläubiger bedeutet einen „Insolvenzverzicht“, also den Verzicht der Gläubiger auf die Durchführung eines Insolvenzverfahrens.
Formal setzt die Einstellung lediglich einen Antrag des Schuldners sowie die Zustimmung aller Gläubiger voraus.
Weitere Voraussetzungen gibt es regelmäßig nicht. Für den praktisch wichtigsten Fall, der Verfahrenseinstellung nach Ablauf der Anmeldefrist, hat das Insolvenzgericht dann auch kein Ermessen. Mit anderen Worten: Es muss das Verfahren einstellen.
Der Schuldner erlangt dadurch eine zeitnahe Aufhebung der „Fremdherrschaft“ durch den Insolvenzverwalter, die Wiedererlangung seiner Verfügungsmacht und bei entsprechender Regelung einen Schuldenschnitt.
Gleiches kann übrigens auch in der Wohlverhaltensphase erreicht werden.
Wir helfen Ihnen gerne weiter.