In der Beratungspraxis spielt die Frage der Zahlungsunfähigkeit eine erhebliche Rolle. Nicht nur in Bezug auf die Frage, wann ein Insolvenzantrag gestellt werden muss, sondern auch bei den Fragen der Erstattung von Anfechtungsansprüchen, ist dieser Rechtsbegriff von großer Bedeutung.

Es bedurfte der Grundsatzentscheidung des BGH vom 24.05.2005, um den Begriff klarer werden zu lassen. Demnach liegt Zahlungsunfähigkeit im Rechtssinne jedenfalls dann vor, wenn der Schuldner 10 % oder mehr seiner fälligen Gesamtverbindlichkeiten länger als drei Wochen nicht erfüllen kann.

Von besonderer praktischer Bedeutung ist auch die Zahlungseinstellung als gesetzliche Vermutung für die Zahlungsunfähigkeit. Einzelfälle der Zahlungseinstellung sind z.B. beträchtliche Zahlungsrückstände, die bis zur Verfahrenseröffnung nicht mehr beglichen werden, Flucht vor den Gläubigern oder die Abgabe der eidesstattlichen Versicherung.